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Wer sind die Aegis?

Die Aegis sind arkane Krieger. Sie verbinden Kraft, Beweglichkeit und Disziplin mit einem Funken der Trama.

Sie bilden einen militärischen und spirituellen Orden der nordwestlichen Reiche Elder­as, der gegründet wurde, um diese Länder vor den Bedrohungen aus den Schattenlanden zu schützen. Sie dienen keinem einzelnen Herrscher, sondern der gesamten Allianz des Lichts, einem Bund von Völkern, die der Göttin Ilyndra treu ergeben sind.

Ihr Sitz ist das Sanctorum, eine Festungsakademie im Wald von Lirwood im Königreich Brightmarch.

Der Orden entstand während des Ersten Dämmerungskrieges, viele Jahrhunderte vor den Ereignissen des Romans.

Die Horden aus den Schattenlanden durchbrachen den Wald von Lirwood und überrannten die Grenzen Brightmarchs. Aus den umliegenden Dörfern griffen siebenundsiebzig einfache Menschen zu den Waffen. Bauern, Schmiede, Mütter und Väter. An einer Engstelle im Wald stellten sie sich der Invasion entgegen.

Zwei Tage lang hielten sie stand, bevor auch der Letzte von ihnen fiel.

Ihr Opfer war nicht vergeblich. Es verschaffte dem Herrscher von Brightmarch die nötige Zeit, um die Städte zu befestigen, die benachbarten Reiche um Hilfe zu rufen und die Magier der Zitadelle um Unterstützung zu bitten.

Aus dieser Tat gingen die Allianz des Lichts und, ihr bewaffneter Arm, der Aegis-Orden hervor.

Ihr Symbol ist in ganz Eldera bekannt. Zwei ausgebreitete weiße Flügel auf goldenem Grund. Die Flügel stehen für Schutz und Wachsamkeit, während das Gold das Licht verkörpert. Das Zeichen erscheint auf ihren Umhängen, ihren offiziellen Uniformen und den Bannern des Sanctorums.

Zu ihren Idealen gehören der Schutz der Schwachen, persönliche Opferbereitschaft, eiserne Disziplin. Ein Aegis muss außerdem bereit sein, das Wohl der Vielen über das des Einzelnen zu stellen, selbst wenn ihn diese Entscheidung persönlich hart trifft. Ihr Leben ist geprägt von unablässigem Training, langen Reisen, geheimen Missionen, Einsätzen gegen Mächte der Finsternis. Wo immer die Reiche der Allianz bedroht werden, stehen die Aegis ihnen zur Seite.

Die Aegis gehen keine dauerhaften Bindungen ein und gründen keine eigene Familie. Dieses Verbot beruht nicht auf religiöser Moral. Es soll sicherstellen, dass jedes Ordensmitglied jederzeit uneingeschränkt einsatzbereit bleibt.

Sie dürfen Begehren empfinden und flüchtige Beziehungen eingehen, doch eine feste Bindung gilt als Verwundbarkeit. Sie kann zum Mittel der Erpressung, zur Quelle von Angst und zu einer Schwachstelle werden. Ein Aegis, der zwischen Pflicht und Gefühlen hin- und hergerissen ist, könnte im entscheidenden Augenblick zögern.

Für einen Aegis käme dieses Zögern einem Verrat am Orden gleich.

Die Akademie

Das Sanctorum liegt im Wald von Lirwood und wird von natürlichen Barrieren geschützt. Hinter seinen weißen Mauern und mächtigen Türmen befindet sich die Akademie des Ordens.

Dort gibt es Übungshöfe, Schlafsäle, Meditationsräume, Waffenkammern, Küchen, einen Speisesaal, Bäder, alchemistische Labore, eine umfangreiche Bibliothek und ein Heiligtum der Göttin Ilyndra.

Jedes Jahr werden siebenundsiebzig der vielversprechendsten Jugendlichen aus den Reichen der Allianz ausgewählt. Man nennt sie die Einberufenen. Jungen und Mädchen, die ihren Familien entrissen und in das Sanctorum gebracht werden.

Drei Jahre lang gehören sie dem Aegis-Orden an und durchlaufen eine harte Ausbildung.

Das ist der Preis, den jedes Reich dem Orden zahl.  Kein Gold, sondern junge Leben.

Während dieser Zeit vermitteln die Aegis-Meister den Novizen die Grundlagen der gemeinsamen Disziplinen. Dazu gehören Nahkampf, Waffengebrauch, körperliche Ausdauer, Atemkontrolle, Meditation, Orientierung und das Überleben in feindlicher Umgebung.

Gleichzeitig suchen sie in jedem Schüler nach einem Funken arkaner Kraft. Nur wer ihn in sich trägt, kann eines Tages ein Ritter des Lichts werden.

Eine Besonderheit der Ausbildung ist die Kontrolle grundlegender Instinkte wie Angst, Zorn und Begehren. Deshalb gilt für die Novizen vollständige Enthaltsamkeit. Das Ziel besteht nicht darin, diese Impulse zu unterdrücken, sondern sie zu beherrschen und gezielt zu lenken.

Nach Ablauf der verpflichtenden Ausbildungszeit können jene Novizen, die ihren arkanen Funken entfaltet haben, in den nächsten Rang aufsteigen und zum Anwärter des Lichts werden. In dieser Phase bereiten sie sich auf ihre spätere Spezialisierung vor, den Pfad.

Wer nicht aufgenommen wird, kehrt nach Hause zurück. Das ist keineswegs eine unehrenhafte Entlassung. Im Gegenteil: Vielen von ihnen stehen andere angesehene Laufbahnen offen, etwa als Elitesoldaten, Stadtwachen oder in verantwortungsvollen zivilen Ämtern.

Hierarchie des Ordens


Novize
Grobe braune Uniform

Diesen Titel tragen die Einberufenen während ihrer ersten drei Jahre im Sanctorum. In dieser Zeit durchlaufen sie eine harte Grundausbildung und sind zu völliger Enthaltsamkeit verpflichtet.

Anwärter des Lichts
Weiße und hellblaue Uniform

Nach Abschluss der Einberufungszeit dürfen jene Novizen ihre Ausbildung fortsetzen, die sich als würdig erwiesen und ihren arkanen Funken entfaltet haben. Nehmen sie an, legen sie ihren Eid ab, werden zu Anwärtern des Lichts und wählen einen der Pfade.

Knappe des Lichts
Graue und gelbe Uniform

Ein Anwärter, der seine Ausbildung abgeschlossen hat, wird zum Knappen des Lichts. Er begleitet die Aegis-Ritter auf ihren Missionen und sammelt praktische Erfahrung. Diese Zeit im Feld bildet den letzten Schritt auf dem Weg zur Ritterwürde.

Aegis-Ritter oder Ritter des Lichts

Dies ist der offizielle Titel all jener, die ihre Ausbildung vollständig abgeschlossen haben. Von diesem Augenblick an dürfen sie den goldenen Umhang mit dem Symbol der ausgebreiteten weißen Flügel tragen. Auf der Tunika trägt jeder Aegis über dem Herzen das Zeichen seines gewählten Pfades.

Wanderritter

Jeder neu ernannte Aegis-Ritter wird für mindestens fünf Jahre auf längere Missionen entsandt. Während dieser Zeit trägt er den Titel Wanderritter.

Veteran

Nach fünf Jahren als Wanderritter steigt der Aegis zum Veteranen auf. Veteranen übernehmen häufig Führungsaufgaben, diplomatische Aufträge oder eigenständige Missionen in ganz Eldera und stellen ihr Schwert in den Dienst der Schwachen. Sie können sich auch dafür entscheiden, als Meister ins Sanctorum zurückzukehren.

Meister

Aegis-Veteranen, die an die Akademie zurückkehren, um die nächsten Generationen des Ordens auszubilden.

Großmeister

Der Großmeister steht an der Spitze des Ordens. Er führt den Vorsitz im Ordensrat und trägt die Verantwortung für die politischen, strategischen und militärischen Entscheidungen der Aegis.

Das Zeichen des Pfades

Auf den Tuniken ist über dem Herzen ein Emblem aufgenäht. Es kennzeichnet den Pfad des jeweiligen Aegis, also jene arkane Kunst, auf die er sich spezialisiert hat.

DIE PFADE


Pfad des Inneren Urteils
Emblem: eine zerbrochene Maske.

Dieser Pfad ist auf die Wahrnehmung der Seele, der Aura und verborgener innerer Konflikte ausgerichtet. Wer diesem Pfad folgt, lernt, über Gesten, Worte und äußere Erscheinungen hinauszublicken und selbst das wahrzunehmen, was ein Mensch vor sich selbst zu verbergen versucht.

Die Aegis des Inneren Urteils erkennen nicht nur, ob jemand lügt. Sie nehmen Zögern, Ängste, verdrängte Wünsche, Schuld, Traumata und feindselige Absichten wahr. Sie spüren die Risse hinter der Maske, jene Stellen, an denen der Wille ins Wanken gerät und Verborgenes an die Oberfläche drängt.

Auf den höheren Stufen gelingt es einigen von ihnen, Erinnerungsfragmente hervorzuholen. Es sind zerrissene Bilder, verworrene Empfindungen, einzelne Worte oder Gefühle, die mit einem bestimmten Ereignis verbunden sind.

Wichtigste Fähigkeiten:

• tiefgehende Seelenerkenntnis
• Wahrnehmung der Aura
• Erkennen von Lügen, Ängsten und inneren Brüchen
• Wahrnehmung von Schuld, Zögern und feindseligen Absichten
• Widerstand gegen mentale Manipulation
• Entnahme von Erinnerungsfragmenten


Pfad des Schnellen Schrittes
Emblem: eine Feder, die auf einer schmalen Klinge ruht.

Dieser Pfad ist auf Schnelligkeit, Leichtigkeit und Präzision ausgerichtet. Wer diesem Pfad folgt, lernt, sich lautlos zu bewegen, zuzuschlagen, bevor der Gegner reagieren kann, und jeden Schritt in einen Vorteil zu verwandeln.

Die Aegis des Schnellen Schrittes suchen nicht den offenen Kampf. Sie bevorzugen den Schatten, umgehen ihre Gegner und greifen überraschend an. Im Gefecht sind sie Kundschafter, Infiltratoren und tödliche Duellanten. Sie schlagen schnell zu und verschwinden wieder, bevor der Gegner reagieren kann.

Wichtigste Fähigkeiten:

• überdurchschnittliche Schnelligkeit und Reflexe
• lautlose Fortbewegung
• Beweglichkeit und Körperbeherrschung
• Fähigkeit, sich zu verbergen, einzudringen und aus unerwarteten Positionen zuzuschlagen
•Umgang mit leichten Waffen und schmalen Klingen sowie Techniken zum Entschärfen von Fallen
• blitzschnelle Angriffe auf verwundbare Stellen des Gegners


Pfad der Illusion
Emblem: ein Auge, das von drei feinen Wellen durchzogen wird.

Dieser Pfad beruht auf der Manipulation der Wahrnehmung. Wer diesem Pfad folgt, verändert nicht die Wirklichkeit selbst, sondern das, was andere zu sehen, zu hören, zu fühlen oder sich zu erinnern glauben.

Die Aegis der Illusion können Bilder, Geräusche und Empfindungen direkt in den Geist eines Gegners projizieren. Eine geschlossene Tür kann offen erscheinen, ein leerer Korridor voller Feinde wirken, eine vertraute Stimme von einem Ort rufen, an dem niemand steht. Die Wirklichkeit bleibt unverändert. Nur der Geist des Betroffenen nimmt sie anders wahr.

Im Kampf sind sie weder die Stärksten noch die Schnellsten. Sie können jedoch die Konzentration des Gegners brechen, ihn zögern lassen, die Bewegungen ihrer Verbündeten verschleiern. Manchmal genügen wenige Augenblicke der Verwirrung, um einen Kampf zu entscheiden.

Wichtigste Fähigkeiten:

• Projektion von Bildern in den Geist des Ziels
• Erzeugung illusionärer Geräusche
• vorübergehende Veränderung der Sinneswahrnehmung
• Verschleierung der eigenen Präsenz oder der Anwesenheit von Verbündeten
•Hervorrufen von Angst, Zweifel oder Orientierungslosigkeit
• Erschaffung falscher Ziele und Erscheinungen
• begrenzte Verzerrung der unmittelbaren Erinnerung


Pfad des Gebändigten Ansturms
Emblem: ein Widder von vorn mit gesenktem Kopf.

Dieser Pfad verbindet körperliche Kraft und Widerstandsfähigkeit mit der Kontrolle von Aggression. Wer diesem Pfad folgt, lernt, seine Wut in einen disziplinierten Ansturm zu verwandeln, ohne sich vom Zorn beherrschen zu lassen.

Die Aegis des Gebändigten Ansturms sind Durchbruchskämpfer. Sie rücken dort vor, wo die feindlichen Linien am stärksten sind, halten dem ersten Aufprall stand, sprengen Formationen und schützen ihre Gefährten, wenn der Kampf besonders brutal wird. Ihre Kraft entsteht nicht aus Kontrollverlust. Sie lernen vielmehr, ihre Aggression zu beherrschen und gezielt einzusetzen.

Darüber hinaus entwickeln sie die Fähigkeit, Gegenstände allein mit Gedankenkraft zum Glühen zu bringen und zu entzünden. Im Kampf leiten sie diese Macht häufig in ihre Waffen und bringen deren Klingen zum Glühen.

Wichtigste Fähigkeiten:

• gesteigerte Körperkraft
• überdurchschnittliche Widerstandsfähigkeit gegen Erschöpfung und Schmerz
• Fähigkeit, feindliche Linien zu durchbrechen und lang andauernde Kämpfe durchzustehen
• Erhitzen von Gegenständen bis zur Glut
• Kanalisierung von Hitze in Nahkampfwaffen


Pfad der Heilung
Emblem: eine Lotusblüte mit ineinander verschlungenen Wurzeln.

Dieser Pfad verbindet die Heilung des Körpers mit dem Wissen über Kräuter, Gifte und Alchemie. Wer diesem Pfad folgt, lernt, Wunden, Krankheiten und Störungen der Lebenskraft frühzeitig zu erkennen und gezielt zu behandeln.

Die Aegis der Heilung sind keine bloßen Heiler, die im Hintergrund bleiben. Sie begleiten Missionen, versorgen Verwundete auf dem Schlachtfeld, stellen Gegengifte her, erkennen Toxine und stabilisieren Gefährten, die dem Tod nahe sind. Ihre Stärke liegt nicht allein darin, eine Wunde zu schließen. Ebenso wichtig ist ihre Fähigkeit zu erkennen, was einen Körper von innen heraus bedroht.

Der Funke der Trama in ihrem Blut beschleunigt die Heilung, stillt Blutungen, bekämpft Infektionen und stärkt einen geschwächten Organismus. Doch selbst diese Kraft kann keine Wunder vollbringen. Sie vermag weder Tote ins Leben zurückzuholen noch jede Verletzung ohne Folgen zu heilen. Jeder Eingriff verlangt Klarheit, Wissen und Kontrolle.

Wichtigste Fähigkeiten:

• Heilung von Wunden und Traumata
• Stillung von Blutungen
• Neutralisierung von Giften und Bekämpfung von Infektionen
• Herstellung von Gegengiften, Salben und Tränken
• umfassende Kenntnisse der Alchemie
• Diagnose von Krankheiten und körperlichen Störungen


Pfad der Bindung
Emblem: ein menschlicher Unterarm, gekreuzt mit einer klauenbewehrten Pranke.

Dieser Pfad beruht auf der Verbindung mit der Natur, den Tieren und den ursprünglichen Instinkten der Lebewesen. Wer diesem Pfad folgt, lernt wahrzunehmen, was der Körper verrät, noch bevor ein Wort gesprochen wird. Gerüche, Herzschlag, Haltung, Atmung, Muskelanspannung, Angst und Aggressivität werden zu Hinweisen, die andere kaum bemerken.

Die Aegis der Bindung können wilde Tiere beruhigen, sich scheuen Kreaturen nähern, empathische Verbindungen herstellen und in fortgeschrittenen Fällen geistige Bande mit besonders empfänglichen Wesen knüpfen. Sie beherrschen die Natur nicht, sondern treten mit ihr in Beziehung.

Auch die Körpersprache von Menschen können sie außergewöhnlich gut lesen. Ein Zittern, eine Veränderung des Geruchs, ein angehaltener Atemzug oder ein beschleunigter Herzschlag können Lügen, Angst, Begehren oder feindselige Absichten verraten.

Wichtigste Fähigkeiten:

• Verbundenheit mit der Natur und den Tieren
• Fähigkeit, wilde Bestien zu beruhigen
• empathische oder mentale Bindungen zu bestimmten Kreaturen
• Wahrnehmung von Gerüchen, Herzschlag und körperlicher Anspannung
• instinktives Erfassen von Emotionen
• Erkennen von Angst, Aggressivität und Lügen anhand körperlicher Reaktionen
• sichere Fortbewegung in wildem und unwegsamem Gelände

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